forscher04

Hier gibt es keinen Blumentopf zu gewinnen.


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Rolf Lappert: Nach Hause schwimmen

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© DTV 2010

Wilbur ist der tragische Held dieses Romans. Klein, schmächtig und ohne Eltern aufgewachsen, schlägt er sich mehr durchs Leben als wirklich zu leben. Dabei hat er vor Vielem Angst. Am meisten davor, zu ertrinken. Das führt so weit, dass er immer einen Strohhalm dabei hat und seinen Kaffe mit einem Löffel trinkt.

Die Kapitel wechseln zwischen den Zeitebenen, zwischen Amerika und Irland. Man begleitet Wilbur als jungen Erwachsenen durch New York, wo er in einem Hotel für alte Männer lebt und arbeitet. Rückblenden erzählen die Geschichte ab Wilburs Geburt, bei der seine Mutter stirbt. Die Zeitebenen nähern sich im Verlauf des Romans immer mehr an, bis man schließlich im Jetzt landet. Wilbur erträgt Schicksalsschläge, aber er begegnet auch Menschen, die es gut mit ihm meinen und ihn an die Hand nehmen. In teils verzweifelenden, seltsamen, aber auch komischen Episoden lernt Wilbur langsam, zu leben. Bis zum Ende bleibt man beim Lesen erwartungsvoll, ob er es schließlich schafft, nach Hause zu schwimmen.

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Kristof Magnusson: Das war ich nicht

© 2010 UNO Werbeagentur

© 2010 UNO Werbeagentur

Drei Menschen, drei Leben, die sich kreuzen. Anfangs fragt man sich, wie diese drei unterschiedlichen Personen miteinander verwoben sein sollen: Meike, Übersetzerin, bricht aus ihrem gewohnten Leben aus und macht das, wovon alle ihre Freunde nur philosophieren: sie verlässt die Stadt und kauft sich ein Haus auf dem Land. Jasper, Banker in einer großen Investmentbank, der nur für seine Karriere arbeitet und sonst kein Privatleben hat. Und Henry, Schriftsteller, der keine Zeile mehr schreibt, obwohl alle auf seinen angekündigten Roman warten.

Die drei begegnen sich in Chicago und versuchen, ihrem Leben eine neuen Schub zu geben. Jedes Kapitel erzählt abwechselnd ein Stück der Geschichte aus Sicht von Meike, Jasper oder Henry. Dadurch verläuft die Handlung schnell und wird nicht langweilig. Man kann sich gut in die Einzelschicksale hineinversetzen, die in eine komische Abhängigkeit geraten. Unterhaltsam und nett zu lesen!


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Jonas Jonasson: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

© 2009  Hesperus Press Limited

Eigentlich sagt der Titel schon das Wesentliche. Allan, gerade 100 geworden, steigt im Altenheim aus dem Fenster, um noch etwas anderes zu sehen. Diese Entscheidung trifft er ganz spontan, wie er alles in seinem Leben so macht, wie es sich gerade ergibt. Auf seiner Flucht kommt der alte Mann in teils absurde Situationen und trifft einige schräge Gestalten. Es ist amüsant zu lesen, wie gelassen Allan seinen neuen Lebensweg einschlägt und dabei eine charmante Logik aufweist, in Sätzen wie diesen: „Na, fünfzig Millionen lassen sich aber auch viel leichter durch zwei teilen. Ganz glatt und gerecht. (…) Julius (…) erwiderte, er hätte auch die siebenunddreißig durch zwei teilen können, wenn nötig.“

In Zwischenkapiteln erfährt man, wie Allan sein bisheriges Leben verbracht hat. Selbst politisch nicht interessiert, nimmt er zufällig an wichtigen geschichtlichen Ereignissen teil. Er durchlebt beide Weltkriege, trifft General Franco und trinkt mit Truman Tequila. Allan stolpert unbefangen durch irrsinnige Situationen und verschiedene Länder. Dabei hilft ihm seine Lebensphilosophie: „Es ist, wie es ist, und es kommt, wie es kommt.“

Ein kurzweiliger Roman, unterhaltsam und leicht zu lesen!